Während FB teilweise sehr hart gegen konservative und islamkritische Meinungsäußerungen vorgeht, bleiben viele sogar strafrechtlich relevante Äußerungen trotz Meldungen unbeanstandet. Viele sehen dies als Beleg für die einseitige politische Ausrichtung von FB. Doch unabhängig davon muss niemand eine beleidigende Äußerung auf FB kampflos hinnehmen. FB kann gerichtlich zur Löschung gezwungen werden.
Im Rahmen erregter politischer Diskussionen schießen nicht selten Nutzer über das Ziel hinaus und beleidigen ihre Diskussionspartner. In den meisten Fällen wird das auch hinzunehmen sein, wenn die Diskussion insgesamt erregt war und sich hochgeschaukelt wird. Doch leider kommt es auch oft genug vor, dass Nutzer sogenannte „Formalbeleidigungen“ verwenden – dazu gehören bekannte Schimpfwörter („Drecksau“) ebenso wie neu eingebürgerte („Hurensohn“).
Noch dramatischer sind die ebenfalls immer häufigeren Aufrufe zur Gewalt oder deren Billigung. Das betrifft nicht nur Fälle echter Volksverhetzung, in denen z.B. Islamisten zum Mord an Ungläubigen aufrufen, sondern eben auch konkrete Drohungen gegen andere Nutzer. Dabei gibt es nicht nur im Zorn dahingesagte Drohungen, sondern auch solche, die mit Informationen über den Nutzer aus seinem Profil verbunden sind und daher durchaus ernstzunehmen sind.
Die Rechtslage ist zunächst einmal völlig klar. Wenn die Beleidigung oder Gewaltandrohung rechtswidrig ist, also gegen ein Strafgesetz oder ein anderes Gesetz verstößt, ist FB verpflichtet, einen gemeldeten Post zu entfernen. Unterlässt FB das, z.B. mit der Begründung, dass der Beitrag „nicht gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen“ würde, ist FB selbst für den Inhalt verantwortlich. Das geht hin bis zur persönlichen strafrechtlichen Verantwortung der Zuständigen. Weder der Sitz von FB in den USA bzw. in Irland noch Nutzungsbedingungen oder selbst gesetzte Standards können hieran etwas ändern.
Damit können Nutzer das Löschen eines beleidigenden oder gewaltandrohenden Posts notfalls gerichtlich verlangen. Meistens genügt aber schon das außergerichtliche anwaltliche Verlangen, weil FB das sehr viel ernster nimmt als eine bloße Meldung im Netz. Wenn FB auf eine solche Meldung nicht reagiert hat, kommt sogar Schadensersatz wegen der Anwaltskosten in Betracht. Für Rechtsschutzversicherte gilt darüber hinaus, dass solche Ansprüche meist von der Rechtsschutzversicherung zu decken sind.